LBN 438 ist ein galaktischer Dunkelnebel in Sternbild Lacerta (Eidechse). Beleuchtet wird er durch interstellare Strahlung, die als Extended Red Emission (ERE) bekannt ist. Das rot Glühen im Hintergrund entsteht durch ionisierten Wasserstoff (HII), der durch Sterne in der Nachbarschaft zum Leuchten angeregt wird.
Die Galaxie im Bild rechts oben ist PGC 69439. Sie ist 220 Mio. Lichtjahre entfernt und mit einem Durchmesser von 120.000 Lj. etwa so groß wie unsere Milchstraße.
Aufgenommen zwischen 18.9. und 01.10.2025
Lacerta Newton 200/800
Avalon Linear
ASI 2600 MM Pro
UV/IR-Block (LUM) 378 x 1 min (6:18 h)
Astronomik Halpha 6nm 82 x 5 min (6:50 h)
ASI 2600 MC Pro 405x 1 min (6:45 h)
Gesamtbelichtungszeit: 19:53 h
Die Haare der Medusa bestanden bekanntlich aus zahlreichen Schlangen und die verflochtenen Filamente aus leuchtendem Wasserstoffgas gaben diesem Nebel seinen Namen. Neben dem roten Wasserstoff leuchtet auch Sauerstoff, in grün-bläulichem Licht.
Lange Zeit hielt man ihn für einen Supernovarest, doch es handelt sich um einen ausgedehnten planetarischen Nebel, also das Endprodukt eines sonnenähnlichen Sterns, der seine äußeren Gashüllen abstößt. Interessant sind dabei die links unten im Gas erkennbaren Stoßwellen.
Lacerta Newton 200/800 - Avalon
Linear
ASI 2600 MC Pro - 100 x 60 sec (1h 40 min)
ASI 2600 MM Pro:
Astronomik O3 6 nm - 33 x 5 min (2 h 45 min)
Astronomik Halpha 6nm - 65 x 5 min (5 h 25
min)
Gesamt: 9h 50 min
Der Emissionsnebel Sh2-101 wird aufgrund seiner Form oft als Tulpennebel bezeichnet.
Die Entstehung des bläulichen Lichtbogens ist komplex. Ursprung ist der Stern Cygnus X-1 (der untere der beiden hellen Sterne unterhalb des Lichtbogens). Dabei handelt es sich um ein Doppelsternsystem, bestehend aus einem Riesenstern und einem schwarzen Loch (übrigens das erste, das 1972 in der Milchstraße nachgewiesen wurde). Masse von dem Riesenstern wird dabei von dem schwarzen Loch akkretiert. Durch starke Magnetfelder beschleunigt wird dabei ein Teil der Energie senkrecht zur Akkretionsscheibe als Jets abgeleitet. Diese wiederum kollidieren mit der interstellaren Materie, was die bläulich schimmernde Bugwelle erzeugt.
Askar SQA 85; AM-5 - ASI 2600 MC Pro
Filter:
UV/IR-Cut: 79 x 60 sec (1:19h)
Optolong L-Extreme: 84 x 300 sec (7:00h)
Askar Colourmagic D2: 70 x 300 sec (5:50)
Der blau-grün schimmernde Emissionsnebel wird aufgrund seiner an einen Calmar erinnernden Form auch Tintenfischnebel genannt. Er ist äußerst lichtschwach und wurde erst 2011 von dem französischen Astrofotografen Nicolas Outters entdeckt und als Ou4 katalogisiert. Seine Entfernung wird auf 2300 Lichtjahre geschätzt, seine gewaltige Ausdehnung wäre dann 50 Lichtjahre. Es wird vermutet, dass er durch den Ausstrom eines Dreifachsystems heißer, massereicher Sterne in seinem Zentrum entsteht.
Die rot leuchtende Wasserstoffwolke (Sh2-129), die „fliegende Fledermaus“, hat nach aktuellem Kenntnisstand die gleiche Entfernung, so dass Ou4 tatsächlich von diesem umgeben wird.
29.7. bis 15.08.2024 Gustavsburg (7 Nächte)
Skywatcher Esprit 80; Montierung: AM 5;
ASI 2600 MC Pro; Optolong L-Extreme; 80 x 5 min;
ASI 533 MM Pro; Baader OIII-Ultra (4nm); 222 x 5 min
Gesamtbelichtungszeit: 25h 10m
Der große Lacertanebel ist einer der größten Nebel am Himmel. Seine Winkelgröße von fast 5° entspricht ungefähr 10 Vollmond-Durchmessern. Er befindet sich im Sternbild Eidechse (Lacerta) und ist eine HII-Region, die von blau leuchtenden Sternen, v.a. von 10 Lacerta (der blaue Stern am linken unteren Ende der Kette blauer Sterne) zum Emittieren von Licht angeregt wird.
Im oberen Bereich befinden sich Dunkelnebel (LBN 437), die aufgrund ihrer Form auch als „Gekko-Nebel“ bezeichnet werden. Auch der kleine Dunkelnebel in der linken unteren Ecke hat eine eigene Katalogbezeichnung – LBN 438.
2er-Mosaik
Skywatcher Esprit 80 ED
AM 5
25.8. und 26.8.2024 - Gustavsburg
ASI 2600 MC Pro
Optolong L-Extreme (nur Ha
verwendet)
2 x 71 x 5 min (11:50 h)
27.8. und 28.8.2024 - Gustavsburg
ASI 2600 MC Pro
UV/IR-Block
2 x 181 x 2 min (12:04 h)
Gesamt: 23:54 h
Sh2-155 ist ein diffuser Nebel, Teil eines größeren Nebelkomplexes, der Cepheus-B-Wolke. Er besteht aus Emissions-, Reflexions- sowie Dunkelnebeln und ist ein äußerst aktives Sternentstehungsgebiet.
Entfernung: 2400 Lichtjahre
07. und 08.09.2023 Gustavsburg;
Skywatcher Esprit 120; 0.75 Riccardi-Reducer;
ASI2600 MC Pro; Avalon Linear;
Filter: IV/IR-Cut: 60 x 2 min (2h);
Optolong L-Extreme: 80 x 5 min (6:40 h)
Gesamtbelichtungszeit: 8:40 h
Sh2.127 könnte auch "Schweinsnase" heißen, aber er ist allgemein bekannt unter dem Namen "Phantom der Oper". Es handelt sich um ein Wasserstoff-Emissionsnebel im Sternbild Cassiopeia und ist etwa 8.800 Lj. Entfernung.
Gustavsburg
Skywatcher Esprit 80 ED
AM 5
20.8.
ASI 533 MM Pro
Baader Halpha-Filter (7nm)
60 x 5 min (5 h)
11.9.
ASI 533 MC Pro
UV/IR-Block
165 x 2 min (5:15 h )
Gesamt: 10:15 h
Im Sternbild Cepheus befindet sich dieser 10.000 Lichtjahre entfernte Emissionsnebel. Mit etwas Phantasie lässt sich der (männliche) Löwe doch relativ leicht erkennen. Die Region beinhaltet auch mehrere Wolf-Rayet-Sterne, die bei einer sehr hohen Oberflächentemperatur große Massen an Materie abstoßen.
20.09.2023 Gustavsburg;
Skywatcher Esprit 120; 0.75 Riccardi-Reducer;
ASI2600 MC Pro; Avalon Linear;
Filter: Optolong L-Extreme: 70 x 5 min (5:50 h)
Der Emissionsnebel befindet sich im Sternbild Kepheus. Es ist ein Sternentstehungsgebiet mit einer Vielzahl an jungen Sternen (100.000 bis 1 Mio. Jahre alt), die den Nebel zum Leuchten anregen. Der Name bezieht sich auf die Globule rechts der Bildmitte, die an die Form eines geringelten Elephantenrüssels erinnert.
Entfernung: 2600 Lichtjahre
11.10.2015 Nierstein-Schwabsburg; Skywatcher Esprit 80 ED; Avalon Linear FR; Canon 60 Da; Filter: Hutech LPS V4;23 x 600 sec (ISO 800); Gesamtbelichtungszeit: 3:50 h
In den dichten Wolken aus Staub und Gas entstehen neue Sterne. Dabei bilden diese Wolken oft eindrucksvolle Formen (Globulen) - so auch den "Elefantenrüssel". Einige Sterne haben durch ihren Sternenwind den Staub bereits "weggeblasen" und regen nun mit ihrer intensiven Strahlung das noch vorhandene Gas zum Leuchten an. Dabei leuchtet Wasserstoff in dem typischen Rot, Sauerstoff eher bläulich.
Skywatcher Esprit 120 ED – ASI 2600 MC Pro
84 x 3 min mit Hutech IDAS D3-Filter für RGB
35 x 10 min mit Optolong L-Extreme-Filter für Schmalband H-alpha und O 3
Gesamtbelichtungszeit: 10 h
Vor etwa 20.000 Jahren hat ein Stern ähnlich unserer Sonne am Ende seines Daseins die äußere Hülle abgestoßen, die sich seitdem in den Weltraum ausdehnt und nun als Ringnebel erscheint. Im
Zentrum erkennt man noch den Stern, nun ein weißer Zwergstern.
Entfernung 2.300 Lichtjahre
Die Aufnahme entstand eher beiläufig nach Abschluss der Kollimation und anderen Justierarbeiten am Spiegelteleskop bei Vollmond in nur einer Stunde, ohne die üblichen Kalibrierungsframes (darks, flats). Dafür bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Celestron 800 EHD (Brennweite 2032mm); ASI2600MCPro; 120 x 30 sec; Gesamtbelichtungszeit: 1h